Viel Reflexion zu Geschichte, Politik und Gesellschaft standen im Zentrum des Austausches zwischen der Leinetalschule in Hannover und dem XIII Lyzeum aus Wrocław, an dem vom 26.01. bis 30.01. 50 Schülerinnen und Schüler teilnahmen. Kreisau war dabei die erste Station einer gemeinsamen Fahrt, die die deutsch-polnische Gruppe auch nach Auschwitz und Breslau führte.
Oft stellen sich Schulen in Deutschland diese Fragen: Wie nennen wir die Reise nach Polen? Ist es eine Gedenkstättenfahrt oder eine Polenreise? Eine Europareise oder vielleicht doch eine internationale Begegnung? Für uns Menschen, die in Kreisau arbeiten, ist das klar. Wenn es eine Begegnung aus Schulen aus 2 oder sogar 3 Ländern gibt, dann ist der Begegnungs Charakter der wichtigere Aspekt. Es ist zuerst und vor allem eine internationale Jugendbegegnung und wir legen wert darauf das die jungen Menschen voneinander lernen. Natürlich wir ihnen auch die Geschichte unseres Ortes und somit die Geschichte Deutschlands, Polens und Europas nähergebracht, aber immer mit einem starken Fokus auf der eigenen Erfahrung und Wahrnehmung der Teilnehmenden.
Die Gruppe aus der Robert-Bosch-Gesamtschule aus Hildesheim hat wie andere Schulen eine Gedenkstättenfahrt organisiert und die Reise mit einer Internationalen Jugendbegegnung abgeschlossen. Partnerschule ist das Ekola Lyceum in Wroław / Breslau. In der Woche vom 28.09 bis 03.10 haben sich die rund 30 Schüler und Schülerinnen in Kreisau getroffen, bevor sie das anschließende Wochenende gemeinsam in Breslau verbracht haben.

Ende Oktober wurde Kreisau erneut zu einem Ort des intensiven Dialogs, der Begegnung und des Überwindens von Grenzen. Vom 26. bis 31. Oktober trafen sich 35 Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte der Berufsschule aus Wissen (Deutschland) sowie des Schulzentrums „Jan Kiliński“ aus Krapkowice, um gemeinsam eine Zeit der Integration, Reflexion und kulturellen Öffnung zu erleben.
Das Programm der Jugendbegegnung wurde so gestaltet, dass die jungen Menschen nicht nur einander besser kennenlernen konnten, sondern auch entdeckten, welche wichtige Rolle Geschichte für die Gestaltung der heutigen Beziehungen zwischen den Nationen spielt. Während gemeinsamer Workshops näherten sich die Teilnehmenden der Kultur und Heimat des jeweils anderen an, suchten nach Gemeinsamkeiten und lernten, Unterschiede als Bereicherung zu sehen.
Dieses Jahr startete in Kreisau eine neue deutsch-polnische Schulpartnerschaft: Lehrkräfte aus dem Gymnasium Limmer aus Hannover und dem
Liceum Ogólnokształcące im. Wojska Polskiego aus Nowy Dwór Mazowiecki kamen mit je 30 Schülerinnen und Schülern vom 29.09. bis 3.10.25 in der Jugendbegegnungsstätte in Kreisau zusammen. Vor dem Hintergrund des hier tätigen Kreisauer Kreises setzten sie sich mit Formen des Widerstands im Nationalsozialismus auseinander. Die Jugendlichen arbeiteten in gemischten Kleingruppen an kurzen animierten Filmem, in denen sie einzelne Persönlichkeiten dieser Widerstandsgruppe portätierten. Ein wichtiger Punkt der Jugendbegegnung war der Besuch des Konzentrationslagers Auschwitz, bei dem den Opfern des 2. Weltkriegs gedacht wurde. In Workshops zur gesellschaftlichen Vielfalt reflektierten sie Stereotype und Diskriminierung, wodurch sie einige der in Polen und Deutschland auftretenden Denkweisen und Perspektiven besprechen konnten. Die wertvollen Erfahrungen aus Kreisau werden somit noch lange Zeit im Schulleben nachhallen.
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