
[Wrocław-Bonn, 02-06.06.2025, Deutsch-Polnische Begegnung zum Thema Globales und Interkulturelles Lernen]
Ist es interessant für junge Gärtner*innen aus Polen und Nachwuchs-Landwirt*innen aus Deutschland, sich in Kreisau zu begegnen? Zweifellos! Landwirte und Gärtner haben einiges gemeinsam: Sie fürchten sich nicht nach draußen zu gehen, auch bei Regenwetter nicht, sich schrecken nicht davor ab, die Hände in die Erde zu stecken und wissen mit Maschinen umzugehen oder sich auf einem Bauernhof zu orientieren! Die Begegnung in Kreisau hat gezeigt, wie viel unsere Begegnungsstätte Gruppen aus solchen Berufsschulen zu bieten hat.
Donnerstag 5. Juni, es hat diese Nacht geregnet und die Peile hat ordentlich Wasser bekommen. Alles in Ordnung, der Fluss, schlängelt weiterhin friedlich durch die Umgebung von Kreisau. Im letzten September sah es jedoch anders aus! Während der Flut ist die Peile über ihre Ufer-Ränder geflossen und hat dabei einen Großteil der Umgebung überschwemmt. Der tiefergelegte Kreisauer Feuerplatz, der Kiosk und der Permakulturgarten standen damals vollkommen unter Wasser. Der Fluss hat viel Müll aus den oberen Gebieten angeschwemmt und ließ sie entlang der Ufer und auf den Ackern zurück. Um diesen zu entfernen, gibt es immer noch zu tun.
Heute ist der vierte Tag in Kreisau für die 28 Schüler*innen der Gruppe Wrocław-Bonn, ein Teil der Gruppe wird bei der Säuberung der Flussufer helfen. Den Müll möchten wir in großen Müllsäcken sammeln, die von den Techniker aus Kreisau später abgeholt und entsorgt werden. Währenddessen wird der andere Teil der Gruppe, unsere Kollegin Agnieszka Duduś, bei den Gartenarbeiten im Permakulturgarten unterstützen.
Am Tag zuvor hat Agnieszka den schuler*innen den Garten vorgestellt. Dabei gab es einen besonderen Fokus auf die Artenvielfalt, die beim Garten und in dessen Umgebung Unterschlupf findet. Besonders interessant für die Jungen Gärtner*innen, war dabei die Vorstellung der Planung zum Gesamtprojekt des Gartens: ein kreisförmiges Design mit Gartenteilen, wie Sonnenstrahlen aus einem zentralen Ausgangspunkt. Der 2020 entstandene Plan ist noch nicht ganz fertig umgesetzt worden: Die jungen Bäume wurden gerade erst im Obstgarten gepflanzt. Sie stehen ein wenig wehrlos und karg auf dem nördlichen Abschnitt. Der Waldgarten und seinen mit Blüten geschmückten Weg zwischen den großen Eichen ist auch noch am Entstehen. Aber der Kräutergarten und der Gemüsegarten mit seinem hübschen Gewächshaus sind schon reichlich bestückt und werden heute gepflegt!
Jede Aktivität ist auch ein Anlass zum Vertiefen des Kennenlernens und zur weiteren Integration. Nach dieser Einführung bekamen die Schüler*innen die Aufgabe, in international gemischten Kleingruppen in verschiedene Richtungen loszulaufen und zu ausgesuchten Orten der Umgebung zu gehen. Dort hörten sie anhand der Merlin Vogel-Erkennungs-App nach Vögel, versuchten die Vögel mit Ferngläser zu beobachten und sie zu zeichnen. In Form von Steckbriefe entstanden die ersten Seiten des neu eingeführten "Großen Vogelbuch in Kreisau", das nun bei zukünftigen Begegnungen zum selben Thema ergänzt wird.
15:00 Uhr an diesem Donnerstag 5. Juni, die Schüler*innen gehen durch das große kreisauer Tor über die Straße, zu einem Hof auf der gegenüberliegenden Seite der Straße: Das Hof der Familie Saydak. Der Landwirt Aleksander Saydak erwartet uns. Er empfängt die jungen Leute auf seinem Hof, erzählt, wie sie zu dritt, mit Bruder und Vater arbeiten, beantwortet die vielen Fragen, die wir am selben Morgen noch vorbereitet haben. Die Schuler*innen vergleichen: die Arbeit zuhause, die Anzahl Hektar, die Getreidesorten, die Kapazität der Silos, (die dazu dienen, das Getreide erst dann zu Verkaufen, wenn die Preise interessant sind), die Anzahl an Traktoren, der Mähdrescher. Die Schüler*innen sind begeistert! Es ist nicht so sehr anders als zu Hause. Nachdem sie Interesse für seine Maschinen gezeigt haben, öffnet Herr Saydak sogar die Türen seines Hangars. Dieser Besuch ist zweifellos ein Höhepunkt unseres Austauschs.
Zum Abschluss ein gemeinsames Foto, die Übergabe von kleinen Geschenken, darunter die bekannten Haribo Süßigkeiten aus Bonn und eine Packung guter Nudeln aus der Familienproduktion einer Schülerin. Die Gruppe kommt zurück zu ihrem Seminarraum für eine gemeinsame Auswertung des Tages und dann gibt es Freizeit!
Die Stimmung ist gut. Neben dem Besuch des Landwirten, den Workshops draußen im Garten und am Fluss und zum Thema Vielfalt haben weitere Aktivitäten und Sprachanimation die Integration und das Kennenlernen der Jugendlichen sichtbar gefördert. Am Letzten Tag geht es noch zusammen nach Breslau, um die Schule und die Stadt der Polen zu entdecken.
Das Kreisau-Team dankt den Schulleitungen des Berufskolleg des Rhein-Sieg-Kreises in Bonn Duisdorf und des Schulkomplexes Nummer 3 (Zespół Szkół nr 3) in Breslau für die Unterstützung ihrer Lehrkräfte: insbesondere Frau Beata Krautwurst und Frau Anne Schubert und den weiteren eingebundenen Pädagogen" replace with "insbesondere Frau Beata Krautwurst, Frau Anne Schubert, Frau Agnieszka Krupka und Herr Maciej Widomski. Wir möchten uns hiermit auch herzlich bei den Landwirten Aleksander Saydak und seiner Familie für den freundlichen Empfang bedanken. Wir wünschen den jungen Menschen viel Interesse für zukünftige interkulturelle Erfahrungen und viel Glück in ihrem kommenden oder schon alltäglichen Berufsleben.
Der ständige Mitarbeiter der Stiftung Kreisau Ioan Bengel hat die Gruppe betreut. Unterstützt wurde er von dem europäischen ESC-Freiwilligen Oscar van Deel.
Die Begegnung wurde vom Deutsch-Polnischen Jugendwerk (DPJW/PNWM) gefördert und vom pädagogischen Team der IJBS Kreisau vorbereitet und durchgeführt.





