Kreisau für die Ukraine

Eine schöne, sonnige Woche liegt hinter uns. Diese wohlige Erinnerung begleitet uns insbesondere heute, als das Wetter uns einen Aprilscherz bereitete und Kreisau mit Schnee bedeckte. Aber noch vor wenigen Tagen genossen unsere jungen Gäste aus der Ukraine das schöne Wetter und entspannten sich auf Liegestühlen, spielten Fußball und rannten durch die Gegend.

Wir freuen uns sehr, dass alle Schülerinnen und Schüler mit großer Begeisterung in die polnischen Schulen gehen. Zudem können wir mit großer Freude mitteilen, dass wir auch ein umfassendes Bildungsangebot für die Kleinsten haben.

In dieser Woche konnten wir alle Formalitäten erledigen. Ab Montag werden in unserem Kindergarten „Zielona Kraina - Grünes Land“ Kinder aus der Ukraine aufgenommen. Kleinkinder, die mit ihren Eltern vor dem Krieg in die Gemeinde Schweidnitz geflohen sind, können während der gesamten Öffnungszeiten des Kindergartens in der Obhut der Erzieherinnen bleiben. Eine weitere gute Nachricht ist, dass zwei Frauen, die aus der Ukraine zu uns gekommen sind und jetzt in Kreisau leben, als Hilfspädagoginnen eingestellt werden. Dadurch fühlen sich die Kinder wohler, wenn sie in ihrer eigenen Sprache kommunizieren können.

Es ist bereits einen Monat her, dass Russland die Ukraine angegriffen hat. Seit drei Wochen nehmen wir Geflüchtete in Kreisau auf. Derzeit sind rund 100 Menschen in Kreisau untergebracht, die Hälfte von ihnen sind Kinder und Jugendliche.

Seit Montag besuchen unsere schulpflichtigen Gäste den Unterricht in der Grundschule in Grodziszcze und im Ersten Allgemeinbildenden Gymnasium in Schweidnitz und setzen so ihre Ausbildung fort, worüber wir uns sehr freuen. Alle neuen Schülerinnen und Schüler sind sehr zufrieden mit dem Verlauf ihrer ersten Tage in der polnischen Schule. Wir möchten uns bei den Schulleiter*innen, Lehrer*innen und Schüler*innen beider Einrichtungen für den herzlichen Empfang bedanken, der für unsere ukrainischen Gäste sehr wichtig war.

Wir möchten uns auch noch einmal bei unseren Spender*innen und Sponsor*innen bedanken, durch die wir den Kindern die nötigen Schulsachen bereitstellen konnten und sie so problemlos in den neuen Schulabschnitt starten konnten.

Es ist Ihnen sicherlich aufgefallen, dass wir zur Illustration unserer Hilfsmaßnahmen für die Geflüchteten aus der Ukraine keine Bilder verwenden, auf welchen Gesichter zu sehen sind. Warum haben wir uns so entschieden?

Wenn wir den vor Krieg, Gefahr und Gewalt fliehenden Menschen eine Zuflucht bieten, dann denken wir zuerst an ihre Sicherheit und ihr Wohlbefinden.

Geflüchtete erleben Gewalt und Gefahren, von welchen sie uns nicht immer berichten. In dem vom Krieg erfassten Land sind oft ihre Familienmitglieder zurückgeblieben, die sich in Gefahr befinden oder an der Front kämpfen. Wir können weder die Situation vorhersehen noch die Folgen abschätzen, von welchen die Menschen beziehungsweise ihre Verwandten bei einer möglichen Rückkehr nach Haue betroffen wären.

Die Anzahl der Menschen aus der Ukraine, die bei uns Zuflucht gefunden haben, beträgt immer noch knapp 100 Personen. Manche unserer Gäste sind schon seit Beginn hier, seitdem wir unser Zentrum für Geflüchtete geöffnet haben, andere bleiben für kürzere Zeit – sie erholen sich und setzen ihre Reise dann fort. Jedoch kommen bald andere Menschen nach.

Unsere Gäste gewöhnen sich nach und nach an unseren Ort und übernehmen ihrerseits Aufgaben, die neuen Ankömmlinge mit dem Ort und den Gegebenheiten hier vertraut zu machen.

Unser Team bemüht sich weiterhin darum, die Familien mit den nötigsten Gütern zu versorgen und Aktivitäten für Kinder und Erwachsene zu organisieren. Am Tag gibt es Workshops für jüngere und ältere Kinder sowie Polnisch-Sprachkurse für Erwachsene. Wir haben auch mit einem Holz-Workshop für Kinder begonnen, den Tomasz Rosiński , ein befreundeter Bildhauer der Stiftung, durchführen wird. Weiterhin unterstützen wir die Familien bei Gesundheitsthemen. 

Kreisau für die Ukraine

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