Vom 2. bis 7. März 2026 trafen sich 40 Jugendliche aus Tczew (Polen) und Weilburg (Deutschland) in der internationalen Begegnungsstätte Kreisau. Organisiert wurde die Reise vom Philippinum Gymnasium in Weilburg und dem Allgemeinbildenden Liceum Nr. 1 Marie Skłodowskiej-Curie in Tczew. Ziel der sechstägigen Begegnung war es, sich kennenzulernen, historische Themen zu vertiefen und den kulturellen sowie sprachlichen Horizont zu erweitern.

Die Neugier der Teilnehmenden war von Anfang an spürbar. Schon bei der interaktiven Begrüßung (siehe Fotos) zeigte sich, wie gut die Integration der beiden Gruppen funktionierte. An verschiedenen Stationen lernten sich die Jugendlichen durch gemeinsame Aufgaben kennen – die Stimmung war von Beginn an positiv und offen.

Ein zentraler Programmpunkt war die Auseinandersetzung mit der Geschichte der Begegnungsstätte Kreisau und der deutsch-polnischen Versöhnung. Die Ausstellung ‚Mut und Versöhnung‘ bot hierfür den Rahmen. Im Anschluss folgte eine ‚Moving Debate‘ – eine interaktive Debatte, in der die Jugendlichen lernten, ihre Standpunkte gegenüber provokative Behauptungen zu formulieren und auf Englisch zu diskutieren :

  • “Was die Deutschen den Polen, und die Polen den Deutschen angetan haben kann nicht Vergeben werden.”
  • “Einzig nur Bildung kann verhindern, dass die Fehler der Geschichte sich wiederholen”
  • “Die Deutsch-Polnische Versöhnung ist vollbracht: Es ist nicht mehr nötig darüber zu sprechen”
  • “Einzig nur die Politik kann Änderungen in den Beziehungen zwischen Ländern bewirken”

Ebenfalls zum Thema Geschichte entdeckte die Gruppe anhand von Führungen die Stadt Breslau, die Friedenskirche in Schweidnitz und die Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Groß-Rosen. Letztere gab den Jugendlichen die Möglichkeit die Lebensbedingungen der Opfer des NS-Lagersystems zu nachvollziehen und aus der Geschichte zu lernen wie Hassrede gegen Minderheiten eskalieren kann, wenn man ihr nichts entgegenstellt.

Ein Höhepunkt war der kulinarische Austausch. Die Jugendlichen bildeten Gruppen und wählten Rezepte aus, die sie den Teilnehmenden des anderen Landes vorstellen wollten. Jeweils zwei Gruppen, zehn Leute aus jedem Land bereiteten Rezepte vor, übersetzten sie und erstellten Einkaufslistent. Am letzten Tag wurde gekocht. Die 4 Teams kochten abwechslungsweise verschieden Gerichte und konnte sich somit die eignen Rezepte Beibringen. Zwar gestaltete sich das gemeinsame Kochen und Erklären der Rezepte teilweise herausfordernd, doch der Spaß am Ausprobieren und das gemeinsame Essen standen im Vordergrund. Es entstanden Schnitzel mit Spätzle und Kartoffelsalat sowie Apfel Crumble aus deutschen Kochbüchern; Pierogi mit Pilz- und Sauerkraut-füllung, sowie Pierogi mit Quark- und Kartofel-füllung und zuletzt Racuchy, also süße Pfannkuchen mit Apfelmus aus polnischer Tradition.

Ein herzlicher Dank gilt den Schulleitungen und Lehrkräften für ihre Unterstützung, insbesondere den Koordinatorinnen Monika Chabałowska und Barbara Klass, die das Projekt von Anfang an mitgestaltet haben. Letzterer danken wir ebenfalls für ihr Engagement an der Seite ihrer Schüler*innen: Stella Maria Türk und Lorenz Krämer aus Weilburg und Radosław Jurczik und Karolina Konieczna aus Tczew. Wir wünschen den jungen Menschen viel Glück mit zukünftigen interkulturellen Erfahrungen!

Die Gruppe wurde von dem ständigen Mitarbeiter der Stiftung Kreisau Ioan Bengel betreut, unterstützt von der europäischen ESC-Freiwilligen Lizi Tsetskhladze.

Die Begegnung wurde vom Deutsch-Polnischen Jugendwerk (DPJW/PNWM) finanziell gefördert.

 

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IJBS

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