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Newsletter Krzyżowa 3/2025

Newsletter Krzyżowa 3/2025

‍FORUM KRZYŻOWA 

Erklärung des Vorstands der Stiftung Kreisau mit dem Aufruf, die Stärkung ant-ukrainischer Stimmungen und spaltentreibender Aktionen zu unterlassen.

Die Stiftung Kreisau für Europäische Verständigung wurde auf Initiative von Menschen gegründet, die sich für den beschwerlichen deutsch-polnischen Dialog engagierten. Trotz der enormen Schwierigkeiten, die sich aus dem tragischen Erbe des Zweiten Weltkriegs und den über die Jahrzehnte hinweg angesammelten Vorurteilen und Ressentiments ergaben, setzten sie sich unermüdlich dafür ein, die Gräben zwischen der polnischen und der deutschen Gesellschaft zuzuschütten. Dazu gehörte die Auseinandersetzung mit unserer gemeinsamen Geschichte, das Eingeständnis von Unrecht, die Verurteilung der Täter und die Wahrung des Gedenkens an die Opfer.

Vor dem Hintergrund dieses Erbes sind wir uns der Herausforderungen, vor denen Polen und Ukrainer stehen, ausgesprochen bewusst. Wir wissen, wie viel an Geduld und tatkräftigem Einsatz es bedarf, um unermüdlich auf einen Dialog über unsere gemeinsame Vergangenheit hinzuarbeiten, der die Würde der Gesprächspartner achtet und zugleich auf Wahrheit basiert.

Gleichwohl wissen wir aus der Erfahrung des deutsch-polnischen Dialogs, wie sehr diesem Prozess Maßnahmen im Wege stehen können, die die Qualität der gegenseitigen Beziehungen nicht gebührend berücksichtigen.

Daher blicken wir mit großer Sorge darauf, dass gegenwärtig eine antiukrainische Rhetorik um sich greift, die die Geschichte instrumentalisiert und die Gesellschaften beider Länder gegeneinander aufbringt – all das in dem historischen Moment einer gemeinsamen, immensen Bedrohung, also der militärischen Aggression Russlands gegen die Ukraine sowie hybrider Angriffe auf Polen und andere westliche Länder.


‍VERANSTALTUNGEN IM RÜCKBLICK

Kreisau | Krzyżowa 2024/2025

Liebe Freunde Kreisaus,


das dritte gemeinsame Kreisau-Magazin ist in den Druck gegangen und liegt nun vor. Diese Publikation ist durch die Zusammenarbeit der Stiftung Kreisau für Europäische Verständigung, der Freya von Moltke Stiftung und der Kreisau-Initiative e.V. entstanden.


Hier bekommt Ihr einen vielfältigen Einblick in verschiedene Arbeitsbereiche und Projekte unserer Organisationen, lest spannende Interviews und Reportagen. Neben der internationalen Jugendarbeit – dem Herz von Kreisau – zeigen wir, wie Kreisau das zivilgesellschaftliche Engagement in Europa verbindet und wie das historische Erbe des Ortes in lokalen und internationalen Aktivitäten seinen Ausdruck findet.


60. Jahrestag des Briefwechsels der Bischöfe – Die Stiftung Kreisau im Einsatz für Erinnerung und Dialog

Im Jahr 2025 jährt sich der Briefwechsel zwischen den polnischen und deutschen Bischöfen zum 60. Mal – einer der bedeutendsten Versöhnungsgesten in der Nachkriegsgeschichte Europas. In ihrem Schreiben vom 18. November 1965 richteten die polnischen Bischöfe an ihre deutschen Amtsbrüder die Worte: „Wir gewähren Vergebung und bitten um Vergebung“ – und leiteten damit einen Prozess ein, der die Beziehungen zwischen Polen und Deutschland nachhaltig prägte.

Aus Anlass dieses Jubiläums beteiligt sich die Stiftung Kreisau für Europäische Verständigung an einer Reihe von Veranstaltungen, die diesem historischen Moment gewidmet sind. Im Rahmen dieser Aktivitäten nimmt Dr. habil. Robert Żurek an zahlreichen Konferenzen, Symposien und Diskussionen über die Bedeutung dieser Geste teil.

📅 11. September 2025 – Berlin
Es fand das Symposium „60 Jahre Briefwechsel“ statt, organisiert von der Deutschen Bischofskonferenz und der Katholischen Akademie in Berlin.
Die Veranstaltung war der Bedeutung des Briefwechsels der Bischöfe für die Geschichte der deutsch-polnischen Beziehungen sowie seinem Einfluss auf den Versöhnungsprozess zwischen den Nationen gewidmet.

📅 13. September 2025 – Breslau (Wrocław)
Im Rahmen der Wallfahrt des Erzbistums Berlin hielt Dr. habil. Robert Żurek einen Vortrag mit dem Titel „Briefwechsel der Bischöfe von 1965 – historische Einordnungen“.
Das Treffen bot Gelegenheit, den historischen Kontext der Briefe und die Rolle der Kirchen im Nachkriegsdialog darzustellen.

📅 23. Oktober 2025 – Augsburg (kommende Veranstaltung)
Dr. habil. Robert Żurek wird an der Veranstaltung „Ein europäisches Wunder? Der polnisch-deutsche Bischofsbriefwechsel 1965 als Wegweiser für Frieden und Versöhnung“ teilnehmen, organisiert von der Katholischen Akademie in Bayern und dem Akademischen Forum der Diözese Augsburg. Unter den Podiumsteilnehmenden wird u. a. Prof. Dr. Gesine Schwan sein.
Diskutiert wird, wie die Briefe der Bischöfe heute Friedensprozesse und Versöhnungsinitiativen in Europa inspirieren können.

📅 4. November 2025 – Hamburg
Dr. habil. Robert Żurek nimmt an einer Podiumsdiskussion während des Jubiläumsabends in der Katholischen Akademie Hamburg teil.
Im Mittelpunkt des Gesprächs steht die Botschaft der Briefe im Kontext aktueller gesellschaftlicher und politischer Herausforderungen.
👉 www.kahh.de/programm/kalender


Feindschaft überwinden...Seminar für Lehrerinnen und Lehrer 10.–12. Oktober 2025, Kreisau

Vom 10. bis 12. Oktober fand in Kreisau ein Seminar für Lehrkräfte und Bildungsfachleute aus Polen und Deutschland unter dem Titel „Feindschaft überwinden. Wie kann man über die Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs in Polen und Deutschland lehren?“ statt.

Ziel des Seminars war es:

- das Wissen über die Geschichte der polnisch-deutschen Beziehungen (von 1939 bis heute) zu vertiefen,

- die Unterschiede und Gemeinsamkeiten in der polnischen und deutschen Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg, den Holocaust und die Nachkriegszeit zu beleuchten,

- die Erfahrungen von Wissenschaftlerinnen, Wissenschaftlern und Lehrkräften vorzustellen, die in der Gemeinsamen Deutsch-Polnischen Schulbuchkommission tätig sind,

- die Möglichkeiten der Nutzung des gemeinsamen deutsch-polnischen Geschichtsbuchs „Europa. Nasza historia / Europe – Unsere Geschichte“ aufzuzeigen,

- die Potenziale des Einsatzes großer Sprachmodelle (LLM) in der Bildungsarbeit zu präsentieren,

- sowie die Teilnehmenden miteinander zu vernetzen und ihnen die Kooperationsmöglichkeiten mit polnischen Organisationen vorzustellen, die im Bereich der historischen und politischen Bildung tätig sind.


Am Seminar nahmen 60 Personen aus Polen und Deutschland teil.


Auf dem Weg zum polnisch-ukrainischen Geschichtsbuch

Stiftung Kreisau Mitveranstalter des polnisch-deutsch-ukrainischen Kongresses | 22.–24. September, Warschau

Vom 22. bis 24. September findet in Warschau der III. Kongress der Forschenden zur Geschichte von Belarus, Litauen, Polen und der Ukraine statt. Das diesjährige Motto lautet:
„A New Image of Our Neighbours – A New Language, New Narratives, and New Education about the Past, Present, and Future“.

Ein zentrales Thema des Kongresses ist der Beginn der Arbeiten an einem zukünftigen polnisch-ukrainischen Geschichtsbuch für Schulen, das auf den Erfahrungen mit dem polnisch-deutschen Geschichtsbuchprojekt aufbaut.

Die Organisatoren betonen in ihrer Einladung:

„Mit der russischen Invasion in die Ukraine 2014 und dem großangelegten Krieg 2022 wurde deutlich, dass die historische Bildung in Europa – insbesondere zu den Ländern Mittel- und Osteuropas – erhebliche Defizite aufweist. 

Deshalb ist es heute wichtiger denn je, einen offenen Dialog über Geschichte zu führen, um Wissenslücken zu schließen – damit Geschichte verbindet und nicht trennt.“

Das neue polnisch-ukrainische Geschichtsbuch soll auf die Erfahrungen des Projekts Europa. Nasza historia / Europa – Unsere Geschichte zurückgreifen, das zu einer vierbändigen Lehrbuchreihe geführt hat.


Dialog in Herausforderungen – fünf Tage, die Perspektiven verändern

Vom 18. bis 22. August 2025 wurde Kreisau zum Ort einer besonderen Begegnung. Im Rahmen des Projekts „Dialog in Herausforderungen“, das von der Stiftung Kreisau für Europäische Verständigung in Zusammenarbeit mit dem Programm Likhtar/Ліхтар und mit finanzieller Unterstützung durch das Deutsch-Polnische Jugendwerk (DPJW) sowie RoRopa durchgeführt wurde, hatten 25 ukrainische Lehrerinnen und Jugendpädagoginnen, die in der der Ukraine, Polen und Deutschland ansässig sind, die Möglichkeit, an einem fünftägigen intensiven Workshop teilzunehmen.

In insgesamt 19 Stunden beschäftigten sich die Teilnehmerinnen gemeinsam mit Strategien, um besser mit Stress und eigenen Emotionen umgehen zu können, um junge Menschen in ihren alltäglichen Herausforderungen wirksamer zu unterstützen. In einer Welt, in der Krieg, Migration und schnelle gesellschaftliche Veränderungen zur neuen Realität werden, ist diese Arbeit nicht nur wichtig – sie ist unverzichtbar, um Jugendlichen und auch sich selbst beim Lernen und Arbeiten zu helfen.


Eine Woche, die uns verband – Internationaler Jugendaustausch „Die Kunst der Beziehung" in Kreisau und Sokołowsko

Vom 27. Juli bis 3. August 2025 war die Stiftung Kreisau für Europäische Verständigung Mitorganisatorin des einzigartigen Projekts „Die Kunst der Beziehung“, das junge Menschen aus Polen, der Ukraine und Deutschland zusammenbrachte. Gemeinsam mit dem Klub der Katholischen Intelligenz, Cognitania, dem ukrainischen Partner Alliance of Development und dem ukrainisch-deutschen Verein Dach e.V. schufen wir einen Raum, in dem Menschen lernen, kreativ sein und sich gegenseitig kennenlernen konnten.

Bei „Die Kunst der Beziehung“ geht es nicht nur um Erfahrungsaustausch, sondern in erster Linie darum, eine Generation junger Menschen heranzubilden, die bereit ist, offenere, friedlichere und kulturell vielfältigere Gesellschaften zu gestalten. Die gemeinsamen Aktivitäten basierten auf Verständnis, Empathie und Kreativität und schöpften dabei aus Werten wie Versöhnung, Solidarität, Vergebung und Verantwortung für die Gemeinschaft.


‍NEUES AUS KREISAU

Der Stiftungsrat der Stiftung Kreisau zog eine Bilanz der fünfjährigen Tätigkeit

 

Am 10. und 11. Oktober 2025 trafen sich in Krzyżowa die Mitglieder des Aufsichtsrates und des Stiftungsrates. Für die Mitglieder des Stiftungsrates war es die letzte Sitzung der laufenden Amtsperiode (2020–2025). Während des Treffens wurden gemeinsam die wichtigsten Herausforderungen, vor denen die Stiftung steht, diskutiert und die vergangenen fünf Jahre bilanziert.

Wir sprechen allen Mitgliedern des Stiftungsrates, deren Amtszeit nun endet, unseren herzlichen Dank aus – für fünf Jahre Engagement und Unterstützung der satzungsgemäßen Aktivitäten der Stiftung, für die fachliche Zusammenarbeit und den Beitrag zur Stärkung der Stabilität unserer Organisation.

Wir danken Ihnen für diese wertvolle Zeit der Zusammenarbeit und wünschen Ihnen alles Gute und viel Erfolg für Ihre weitere berufliche und gesellschaftliche Tätigkeit.


Internationales Künstlerresidenzprogramm in Kreisau: Künstler erforschen Zeit und Erinnerung

Die Stiftung Kreisau für Europäische Verständigung verbindet seit vielen Jahren Kunst mit Geschichte und Bildung. Im Rahmen des Internationalen Künstlerresidenzprogramms im Gedenken an Konrad und Paweł Jarodzki kommen nach Kreisau Künstlerinnen und Künstler, die in ihrer Arbeit neue Formen des Dialogs zwischen Vergangenheit und Gegenwart suchen. Die diesjährige Ausgabe des Programms konzentriert sich auf Malerei und Experimentieren.

Zu den eingeladenen Künstlern gehören:

Adam Rzepecki – Performer, Maler, Bildhauer, Autor von Filmen und Installationen, Mitbegründer der legendären Gruppe Łódź Kaliska sowie der Supergruppe UNDERGROUND KRAKOWSKI. Seit den 1980er Jahren setzt seine künstlerische Praxis neue Impulse in der polnischen Gegenwartskunst. In Kreisau widmet sich Adam dem Thema der Zeit – der persönlichen, historischen und kosmischen. Während seines Aufenthalts arbeitet er an einem monumentalen Panorama des Himmels über Kreisau sowie an einem „Tagebuch des Sternenhimmels“, das er Tag für Tag malt. Außerdem plant er Workshops für Jugendliche, in denen die Teilnehmenden die Technik der Decalcomanie ausprobieren und gemeinsam eine deutsch-polnische Installation schaffen werden.

Aliaksandr Danilkin – ein junger Maler aus Belarus, der derzeit in Breslau lebt und arbeitet. Seine Kunst ist geprägt von belarussischem Volkskulturerbe sowie seinen persönlichen Erfahrungen des Widerstands gegen das Regime in seiner Heimat. In Kreisau entwickelt der Künstler ein Projekt, das von den Malyavankas – traditionellen belarussischen bemalten Teppichen – inspiriert ist. Er schafft großformatige Gemälde und Keramikobjekte, die die alte Ästhetik in den Kontext eines Ortes übertragen, der mit Widerstand gegen den Totalitarismus und mit der Idee der Versöhnung verbunden ist. Danilkin wird ebenfalls Workshops leiten, in denen Jugendliche ihre eigenen „Teppiche-Geschichten“ gestalten und dabei die Volkskunst als Sprache des Gedächtnisses und der Identität entdecken können.


TEILNEHMEN

Sonderausstellung „Aufbruch – Umbruch – Durchbruch. Schlesiens Rückkehr in die Mitte Europas" in Kreisau

Die Stiftung Kreisau für die Europäische Verständigung lädt Sie ein, die Sonderausstellung „Aufbruch – Umbruch – Durchbruch. Schlesiens Rückkehr in die Mitte Europas“ zu besuchen, die vom 11. Oktober bis zum 12. November 2025 im Kreisauer Schloss präsentiert wird.

Die Ausstellung entführt die Besucher in die 1980er Jahre – eine Zeit, die für Polen und ganz Ostmitteleuropa von entscheidender Bedeutung war. Es war eine Zeit der Streiks und der entstehenden Solidarność-Bewegung, der Einführung des Kriegsrechts und gleichzeitig des immer stärker werdenden Strebens der Gesellschaft nach Veränderung. Die Ausstellung führt durch die aufeinanderfolgenden Etappen dieser Geschichte – von den Arbeiterprotesten in Schlesien und Breslau über das symbolische Treffen zwischen Ministerpräsident Tadeusz Mazowiecki und Bundeskanzler Helmut Kohl in Kreisau im Jahr 1989 bis hin zur EU-Osterweiterung im Jahr 2004, die die Grenzregionen symbolisch ins Zentrum des vereinten Europas „zurückholte“.

Die Erzählung der Ausstellung verbindet politische Ereignisse mit dem sozialen und kulturellen Kontext und zeigt, wie die Umwälzungen dieser Zeit das Leben der Menschen beeinflussten und die heutige Identität der Region prägten.


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